Zahnarzt / Zahntechnik

Zahnarzt / Zahntechnik

Patienteninformation zu Kiefergelenk-, Kopf- und Muskelschmerzen
Wenn der Biss nicht stimmt


Schlagwörter/Symptome:
  • CMD - Craniomandibuläre Dysfunktion
  • Chronische Kopf-, Nacken-, Schulter und Rückenschmerzen
  • Spannungskopfschmerz
  • Migräne, Tinnitus, Schwindel, Ohrenschmerzen
  • Fehlerhafte Körperstatik, Haltungsprobleme,
  • Muskel-, Gelenk- und Knochenschmerzen bis in die Beine
  • Hüft- und Knieschmerzen-, Fuß- und Achillessehnenschmerz
  • Muskelüberbelastungen beim Sport, Wiederkehrende Verletzungen
  • Funktionsstörung im Kopf-, Halsbereich
  • Kiefergelenkknacken und -reiben
  • Falscher Biss, Verlust der ehemaligen Bisshöhe
  • Zähneknirschen und -pressen
  • Parodontose: Zahnfleisch- und Knochenschwund
  • Freiliegende und empfindliche Zahnhälse, Keilförmige Defekte an den Zahnhälsen

Die sog. craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) setzt sich aus den lateinischen Bezeichnungen „Cranio“ (Schädel), „Mandibula“ (Unterkiefer) und „Dysfunktion“ (Fehlfunktion) zusammen. Nach Erkenntnissen der letzten Jahre wirkt sich diese Fehlfunktion jedoch -weit über den genannten Bereich hinaus- auf die gesamte Körperstatik aus.

Disharmonien zwischen dem Unterkiefer und dem Oberkiefer (ein falscher Biss), dem Schädel, der Wirbelsäule und dem Brustkorb sind eine wesentliche Ursache für die Entstehung der CMD.

Unser Zahnsystem ist nicht nur für die Ernährung entscheidend, es unterliegt auch einem empfindlichen Regelmechanismus. So kontrolliert unser Hirn ständig die Lage der Kiefergelenke, die Verzahnung und Bisslage. Da diese über die Kau- und Rückenmuskulatur mit der Wirbelsäule in Verbindung steht, beeinflusst der Biss somit die gesamte Körperstatik. Zudem ändert sich während des gesamten Lebens die Zahnstellung.

Der Unterkiefer ist die Wasserwaage des Körpers.
Sie kennen es aus eigener Erfahrung, wenn Sie sich etwas in die Kauflächen eingebissen haben, versucht Ihr Körper (Hirn) über die sofort aktivierte Kaumuskulatur durch Knirschen diese Ungleichmäßigkeit wieder auszugleichen.

Dieser sog. Neuromuskuläre Regelkreis wird ebenfalls bei einem falschen oder ungleichmäßigen Biss aktiviert. Unser Hirn übt unbewusst eine ständige Kontrolle des Bisses aus. Diese geschieht normalerweise beim Schluckvorgang, wenn die Kauflächen nur kurzzeitig direkt aufeinandertreffen.

Treffen die Zähne -und das schon in Bruchteilen einer Sekunde- ungleichmäßig aufeinander, führt dieses zu verstärkten und häufigeren Kontrollen, die ein Knirschen und Pressen veranlassen können.

Ursachen für einen ungleichmäßigen Biss können sein:
  1. Primäre Veränderungen im Gebiss durch:
    • fehlende Zähne
    • in Lücken gekippte Zähne
    • einseitig zu hohe oder zu niedrige Füllungen, Brücken oder Zahnersatz

  2. Primäre Veränderungen in der Körperstatik durch:
    • Verletzungen (Traumata) der Wirbelsäule (z.B. Schleudertrauma)
    • chronifizierte Haltungsschäden -auch stressbedingt
    • Muskelerkrankungen (Fibromyalgie, Weichteilrheuma)
    • Gelenk- und Knochenerkrankungen (Rheuma, Gicht, Osteoporose)

Somit kann sich eine CMD nicht nur absteigend (vom Biss ausgehend), sondern auch aufsteigend (von der Wirbelsäule beginnend) entwickeln.